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Korinthe

Montag, 21. Mai 2007

Nicht diskutieren, einfach machen

Es wird später niemand behaupten können, man konnte es nicht kommen sehen ...



via Spreeblick

Freitag, 20. April 2007

Der Wahnsinn gallopiert weiter

Wer bisher noch keinen Zweifel an Schäubles geistiger Gesundheit oder wahlweise seiner unsere Grundrechte achtenden Gesinnung hegte, möge sich hier eines Besseren belehren lassen:

Das law blog macht uns mit folgendem Zitat auf einen Stern Artikel aufmerksam:

Die Unschuldsvermutung heißt im Kern, dass wir lieber zehn Schuldige nicht bestrafen als einen Unschuldigen zu bestrafen. Der Grundsatz kann nicht für die Gefahrenabwehr gelten. Wäre es richtig zu sagen: Lieber lasse ich zehn Anschläge passieren, als dass ich jemanden, der vielleicht keinen Anschlag begehen will, daran zu hindern versuche. Nach meiner Auffassung wäre das falsch.

Oettinger wurde wegen seiner Filbinger-Entgleisung zu Recht sofort die Hölle heiß gemacht. Wo bleiben die Rücktrittsforderungen an unseren Innenminister, sollte er sich nicht augenblicklich von dieser Äußerung distanzieren?

Immerhin wird das Thema inzwischen auch in den etablierten Medien kritisch gewürdigt: Weitere Links zum Thema:

Samstag, 10. Februar 2007

Wer nichts zu verbergen hat...

Das Schäuble-Interview in der taz offenbart eine bedenkliche Geisteshaltung. Dies ist nur das jüngste Beispiel einer Vielzahl von Bestrebungen, die darauf abzielen, das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung kontinuierlich zu unterwandern.

Dies beinhaltet die Vorstöße in den Bereichen
  • Online Durchsuchungen von Computern
  • Vorratsdatenhaltung von E-Mails, Telefondaten, IPs
  • Das "Anti-Terror-Paket"
  • Auswertung der Mautdaten zur Fahndung
  • Sammlung und Auswertung biometrischer Daten
  • Auswertung von Positionsdaten durch Handyortung und bald vielleicht schon mittels RFID
  • CCTV Überwachung des öffentlichen Raums
  • ...
Die Begründung hierfür wird aus der Abwägung zwischen Freiheit und Sicherheit zu Gunsten von mehr Sicherheit abgeleitet. Dazu hatte schon Benjamin Franklin ein paar weise Worte übrig:

They who would give up an essential liberty for temporary security, deserve neither liberty or security.

Aber warum sollte man sich darüber überhaupt aufregen? Schließlich müsse man als braver Bürger, der nichts zu verbergen hat, auch nichts befürchten. Dies versucht Schäuble zu unterstreichen, indem er ironischerweise ausgerechnet sich selbst als Beispiel anführt:

Außerdem bin ich anständig, mir muss das BKA keine Trojaner schicken.

Mich erschreckt, dass die öffentliche Meinung zur Zeit dieser Argumentation zu folgen scheint. Eine vorzügliche Gegenargumentation gibt es von Christian Bommarius in der Berliner Zeitung:

[...] dann sollte noch dem naivsten Internet-Nutzer - also jedem gutgläubigen Bürger - klar sein, was die Stunde geschlagen hat: Der Staat kennt keine Bürger mehr, nur noch Verdächtige.

Und der Chaos Computer Club denkt noch weiter:

Besonders kritisch ist laut CCC, dass eine solche Online-Durchsuchung auch das Anlegen und Verändern von Dateien auf dem durchsuchten Computer erlaubt. Beweismittel könnten per Mausklick problemlos und spurenfrei auf dem infiltrierten Rechner angelegt oder manipuliert werden. Dem Verdächtigen bliebe im Zweifel keine Chance, eine Manipulation an seinem Computer nachzuweisen. Heimlich eingeschmuggelte kinderpornografische Bilder reichten bereits aus, um missliebige Personen effektiv mundtot zu machen, warnt der CCC.

Zwar sind bei uns die Datenschützer (Datenschutz schützt Personen, nicht Daten) wachsam und es regt sich Widerstand:

Weil das Vorhaben aber gegen das Grundrecht auf die Unverletzlichkeit der Wohnung, die Garantie eines effektiven Rechtsschutzes und den durch die Menschenwürde geschützten Kernbereich privater Lebensgestaltung verstoße, werde er [Gerhart Baum (FDP), einst selbst Bundesinnenminister] eine Verfassungsbeschwerde erheben - und zwar gegen das bereits bestehende Verfassungschutzgesetz in Nordrhein-Westfahlen. Dieses Landesgesetz ermöglicht den Verfassungsschützern bereits jetzt Online-Überwachungen.

Zu Verfassungsbeschwerden hat Schäuble allerdings ein entspanntes Verhältnis:

taz: Gegen die ebenfalls geplante Vorratsspeicherung aller Telefon-, E-Mail- und Internetverbindungsdaten wollen 10.000 Menschen Verfassungsbeschwerde einlegen. Stimmt Sie das nicht nachdenklich?

Schäuble: So etwas regt mich nicht mehr auf.


Zum Thema Vorratsdatenspeicherung findet man bei Wikipdia die Aussage:

Nach einer Studie des Bundeskriminalamts vom November 2005 konnten in den letzten Jahren 381 Straftaten wegen fehlender Telekommunikationsdaten nicht aufgeklärt werden, vor allem in den Bereichen Internetbetrug, Austausch von Kinderpornografie und Diebstahl. Diese 381 Fälle machten allerdings nur 0,006% der 6,4 Mio. jährlich begangenen Straftaten aus. Laut Kriminalstatistik blieben Jahr für Jahr 2,8 Mio. Delikte aller Art unaufgeklärt. Vor diesem Hintergrund sei nicht einzusehen, warum gerade die Nutzer von Telefon, Handy und Internet überwacht werden sollten, zumal die Aufklärungsquote in diesem Bereich schon ohne Vorratsdatenspeicherung überdurchschnittlich hoch sei.

Die Studie selbst ist in dem Artikel leider nicht verlinkt. Sollten die Zahlen jedoch stimmen, so wären sie[Update:Inzwischen gibt es den Quellenbeleg, die Zahlen sind wie genannt Bestandteil der Studie] Dies scheint mir ein eindrücklicher Beleg dafür, dass die Sammelleidenschaft unserer Exekutive eindeutig nicht in der Verbesserung der Verbrechensbekämpfung begründet sein dürfte.

Noch schmettern unsere Gerichte wie Bundesgerichtshof und Bundesverfassungs- gericht die meisten Versuche ab, unser Land unter dem Deckmantel von mehr Sicherheit sukzessive in einen Überwachungsstaat zu verwandeln. Aber das bedeutet für Schäuble eben nur, dass es an der Zeit ist, die Gesetzeslage zu ändern.

Ich kenne und respektiere die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zum Schutz der Privatsphäre. Aber wir müssen auch sehen, dass dieser Schutz in der Alltagswirklichkeit praktikabel bleibt.

Kann man das anders deuten, als eben einen Mangel an Respekt?
Und das eigene Geschwätz von gestern interessiert ihn heute auch nicht mehr:

Es kann nicht sein, dass der Staat diese Daten hat, sie aber ausschließlich für die Abrechnung der Lkw-Maut nutzt und deshalb einen Mord nicht aufklären kann. Das versteht ja kein Mensch.

So sind also all diejenigen, die das sehr wohl verstehen - inklusive Schäuble selbst noch vor ein paar Jahren - keine Menschen.

Befragt, warum er denn Ende 2004 dem Mautgesetz zugestimmt habe, das die Verwendung von Mautdaten für Fahndungszwecke ausdrücklich verbietet, erklärte Schäuble sein damaliges Abstimmungsverhalten als schweren Fehler. "Von mir hören Sie keine Versprechungen mehr, dass alles so bleibt wie es ist."

Ich betrachte das durchaus als Drohung.

Es ist nicht die Judikative, die mir momentan Sorgen bereitet. Es ist die Legislative, die deutlich wie selten darstellt, wie sie vorhat, was nicht passt, passend zu machen. Bitte bedenkt das bei eurer nächsten Wahl.

Just because you're paranoid, doesn't mean they're not out there to get you.

Mittwoch, 15. März 2006

Cut für Profis

Und das hab ich nun davon, dass ich Leon der Profi - Director's Cut bei Amazon bewertet habe:

leon_der_profi

Ich fühle mich so gläsern.

Mittwoch, 28. September 2005

Ein Wunsch frei?

Ich wünsche mir, dass Politiker einen Tag lang keine Floskeln benutzen dürfen. Die Ruhe wäre so angenehm...

Sonntag, 28. August 2005

Arbeit und Lebensinhalt

Es gibt da eine Meinungsströmung, die für mich bemerkbar seit etwas mehr als einem Jahr durch die Medien schwappt (wenn man genauer recherchiert, wird man bestimmt feststellen, dass es sie schon viel, viel länger gibt): 3sat, die Stuttgarter Zeitung und neuerdings widmet das Wirtschaftmagazin brandeins ihre komplette aktuelle Ausgabe diesem Thema: Arbeit, insbesondere Arbeit in Form von Vollbeschäftigung, ist ein Auslaufmodell.

»DER LOHN DER ANGST
Automation und Fortschritt, Wissensarbeit und Kapitalismus
vernichten Arbeitsplätze. Und das ist gut so.
Es geht nämlich auch anders [...]«

Recht hat er, der Autor Wolf Lotter. All die Mühe, die wir in Fortschritt und technologische Weiterentwicklung stecken, dienen doch ganz offensichtlich dazu, all die stinklangweiligen, dreckigen oder gefährlichen Arbeiten nicht mehr selbst machen zu müssen. Und wenn Technologie und Fortschritt diese Ziele erreichen, stehen wir einigermaßen fassungslos da und finden's blöd, weil wir Arbeit doch zum Sinn des Lebens erhoben haben.

»Schon die Phrase von der Rückkehr zur Vollbeschäftigung ist eine Farce. Zu keinem Zeitpunkt des Industriekapitalismus, der seit fast zwei Jahrhunderten währt und der ohne Zweifel die meisten Beschäftigten aller Zeiten generierte, gab es so etwas Ähnliches wie Vollbeschäftigung für mehr als einige kurze, außergewöhnliche Jahre. Was die Arbeitswütigen meinen, umschreibt den Zeitraum von Anfang der fünfziger bis Ende der sechziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Das ist die Zeit, die bis heute als unverrückbares Ziel dieser Gesellschaft beschworen wird: das deutsche Wirtschaftswunder. Es stützt sich allerdings auf 60 Millionen Tote, die Opferzahl des Zweiten Weltkriegs.«
Konsequenz? Entweder wir dezimieren die Bevölkerung erneut oder wir läuten den Paradigmenwechsel ein, welcher der Arbeit endlich den sinnstiftenden Nimbus nimmt. Arbeit ist nicht Sinn und Inhalt des Lebens und da es uns nicht an Produktivität und Wirtschaftskraft mangelt, haben wir es auch nicht nötig, uns das immer weiter vorzumachen.

Und in dem Maße, wie die zitierte Strömung durch ein immer breiteres Medienspektrum schwappt, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass sich dieser Wechsel auch eines nicht unendlich fernen Tages vollziehen lässt. Ich bin gespannt.

Und ja, ich bin seit Beginn meiner eigenen Vollbeschäftigung vollauf damit beschäftigt, sie so schnell wie möglich überflüssig zu machen ...

Montag, 22. August 2005

Preisbloggen

Preisbloggen der anderen Art: Zwei Stunden Onlinezeit für 19 Schweizer Franken. Und diese zwei Stunden können offenbar nicht durch Offlinezeiten unterbrochen werden.

Dafür kann ich gänzlich umsonst auf den SwissCom-Seiten surfen oder auf der Homepage des Hotels, in dem ich mich befinde ... was ich natürlich nicht mache, denn ich hab ja bezahlt.

Samstag, 13. August 2005

Zweiklassenwahlrecht

»Gleichzeitig denke ich ernsthaft darüber nach, für die Einführung eines Zweiklassenwahlrechts einzutreten. Oder wenigstens eine Art Test, den man machen muss, bevor man in die Wahlkabine gelassen wird. Nichts schwieriges, eher so fragen, wie "was ist 345 geteilt durch drei?" oder "wie heisst der Bundespräsident?" oder "was ist an dem Satz, 'an den Satz hier tut was falsch dran sein', falsch?". Vermutlich würden sich unsere Parlamente ganz anders zusammensetzen.«
Ja, aber wieso denn bei zwei Klassen aufhören? Warum nicht die Anzahl der Stimmen nach IQ vergeben? Und wenn wir schon mal dabei sind, multiplizieren wir die abgegebenen Stimmen auch gleich mit dem IQ der Gewählten, um zur Ergebnisverteilung zu gelangen.

In einer zweiten Iteration des Gedankenspiels wird uns dann wahrscheinlich auffallen, dass der IQ nicht das alleinige Maß der Dinge sein kann, da damit reale Pendants zu - sagen wir mal - Hannibal Lecter doppelt so viel Stimmen hätten wie Du und ich zusammen. Aber irgend eine Messgröße, die soziale Kompetenz in gesunder Mischung mit Intelligenz beinhaltet, wird sich da schon finden lassen.

Und dann sind wir die leidige Demokratie endlich los, die uns so lange schon den Weg in eine rosige Zukunft vermasselt. Oligarchen aller Länder, vereinigt euch!

Samstag, 9. Juli 2005

Kühlschrankgroße Kupferblöcke

Irgendein Hansel hat den Begriff "kühlschrankgroß" zur Beschreibung der Dimensionen des Impactors, Star der jüngsten NASA-Mission, verwendet. Seitdem wurde der Begriff "kühlschrankgroßer Kupferblock" in Berichten über alle Medien hinweg nachgeplappert.

Auf den NASA-Seiten können wir nachlesen:

"Die freigesetzte kinetische Energie (E=½mv²) von 19 Gigajoule wurde durch die Kombination der Masse des Impactors (370 kg) und seiner Geschwindigkeit beim Aufprall (~10,2 km/s) erzeugt."
Welche Relevanz hat da "kühlschrankgroß"?

Und selbst wenn man sich auf ein gebräuchliches Kühlschrankmaß von 85 x 55 x 60 cm einigte (und somit ein Volumen von V=0,2805m³ erhielte) und die Dichte von Kupfer mit 8920 kg/m³ ermittelt hätte, so überstiege die daraus resultierende Masse von 2502,06 kg unseres Kupferkühlschrankes um knapp das Siebenfache die genannte Masse des Impactors.

Current rambling

Mir ist kotzschlecht.
Mir ist kotzschlecht.
fishy_ - 22. Mai, 09:38
Ahfo.
Ahfo.
fishy_ - 3. Mai, 11:56
FUP ist mir irgendwie...
FUP ist mir irgendwie durchgegangen. Das habe ich aber...
McLibboc - 2. Mai, 20:55
Und was ist mit FUP?
Und was ist mit FUP?
fishy_ - 2. Mai, 12:54
Vielleicht
war ich mit meiner Einschätzung der Medien doch...
McLibboc - 28. April, 10:45
Es ist wirklich unglaublich,...
Es ist wirklich unglaublich, dass bis jetzt kein Politiker,...
Bernhard (Gast) - 20. April, 12:42
Sehr schöner, klarsichtiger...
Sehr schöner, klarsichtiger Artikel!
Jörg (Gast) - 12. Februar, 19:52

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