Im März auf dem Nachttisch
Bill Bryson, Eine kurze Geschichte von fast allem
Vor allem aber davon, dass große Zahlen, wie sie die Entfernungen im Universum oder die Anzahl von Atomen in einem Mol beschreiben, ganz furchtbar groß sind und kleine Zahlen, wie z.B. die Abstände im atomaren Bereich, ganz furchtbar klein. Nach dem x-ten Beispiel der Art "... einer zehn millionstel billionstel billionstel billionstel Sekunde ..." wird es dann allmählich nervig.
Dazu kommen noch ein paar (wenige) inhaltliche Fehler, die im Zweifel auch an der Übersetzung liegen könnten, vor allen Dingen aber jede Menge "Human Interest Stories" über die ach so verschrobenen Wissenschaftler aller Zeitalter und Fachrichtungen. Wirklich erklärt wird dagegen leider recht wenig.
Kurzum, es liest sich - bis auf die erwähnte Zahlenehrfurcht - recht flüssig und amüsant, schlauer wird man durch die Lektüre aber eher nicht.
Daniel Kehlmann, Die Vermessung der Welt
Alexander von Humboldt und Carl Friedrich Gauß sind die Protagonisten dieser Geschichtsfiktion, die mich vom Genre sofort an den Baroque Cycle von Neal Stephenson erinnerte. Damit endet die Ähnlichkeit aber auch schon, denn weder hat sie die epische Dimension des Cycles noch dessen fantastischeren Handlungsstränge.
Dennoch ein sehr lesenswertes und unterhaltsames Buch, das uns mit einem guten Schuss Ironie diese beiden außergewöhnlichen Menschen näher bringt und in dem auch die Herren Goethe und Kant en passant ihr Fett abbekommen.
Kurt Vonnegut, A Man without a Country
Das neue Buch des alten Großmeisters Kurt Vonnegut habe ich an einem Abend durchgelesen. Ein Buch, das er laut Spiegel Interview gar nicht schreiben wollte und das wir nur der Persistenz seines Fans und Verlegers Daniel Simon verdanken. Es ist das kürzeste und zugleich das beindruckendste Buch in dieser Liste: sehr bitter und sehr wahr. Es endet mit einem Requiem:
The crucified planet Earth,
should it find a voice
and a sense of irony,
might now well say
of our abuse of it,
"Forgive them, Father,
They know not what they do."
The irony would be
that we know what
we are doing.
When the last living thing
has died on account of us,
how poetical it would be
if Earth could say,
in a voice floating up
perhaps
from the floor
of the Grand Canyon,
"It is done."
People did not like it here.
Yann Martel, Schiffbruch mit Tiger
Eine gänzlich abstruse Story, in der ein 16jähriger Sohn eines indischen Zoobesitzers bei der Auswanderung nach Kanada Schiffbruch erleidet und sich als einziger menschlicher Überlebender mit einem Tiger und (zuerst noch) weiteren Zootieren auf einem Rettungsboot wieder findet und die nächsten 227 Tage überlebt.
Es ist weniger die Handlung, auf die ich mich nur mit viel gutem Willen einlassen konnte, als vielmehr der Erzählstil und die Interpretationsvariante, die einem am Ende angeboten wird, die das Buch für mich lesens- und empfehlenswert machen.
Max Goldt, Ä
Wie bereits erwähnt, habe ich diese Kolumnensammlung etwas zu spät gelesen.
Umso vehementer muss ich nun zu einigen der fundamentalen Wahrheiten nicken, die darin - oft sehr eloquent und fast immer schreiend komisch - kund getan werden.
Das Schöne an den dargebotenen Kolumnen ist, dass man anhand der Titel oder der Einleitung niemals erahnen kann, welche Wendung das Erzählte nehmen wird. Manchmal kann man das aber auch ganz einfach sprunghaft nennen.
Vor allem aber davon, dass große Zahlen, wie sie die Entfernungen im Universum oder die Anzahl von Atomen in einem Mol beschreiben, ganz furchtbar groß sind und kleine Zahlen, wie z.B. die Abstände im atomaren Bereich, ganz furchtbar klein. Nach dem x-ten Beispiel der Art "... einer zehn millionstel billionstel billionstel billionstel Sekunde ..." wird es dann allmählich nervig.
Dazu kommen noch ein paar (wenige) inhaltliche Fehler, die im Zweifel auch an der Übersetzung liegen könnten, vor allen Dingen aber jede Menge "Human Interest Stories" über die ach so verschrobenen Wissenschaftler aller Zeitalter und Fachrichtungen. Wirklich erklärt wird dagegen leider recht wenig.
Kurzum, es liest sich - bis auf die erwähnte Zahlenehrfurcht - recht flüssig und amüsant, schlauer wird man durch die Lektüre aber eher nicht.
Daniel Kehlmann, Die Vermessung der Welt
Alexander von Humboldt und Carl Friedrich Gauß sind die Protagonisten dieser Geschichtsfiktion, die mich vom Genre sofort an den Baroque Cycle von Neal Stephenson erinnerte. Damit endet die Ähnlichkeit aber auch schon, denn weder hat sie die epische Dimension des Cycles noch dessen fantastischeren Handlungsstränge.
Dennoch ein sehr lesenswertes und unterhaltsames Buch, das uns mit einem guten Schuss Ironie diese beiden außergewöhnlichen Menschen näher bringt und in dem auch die Herren Goethe und Kant en passant ihr Fett abbekommen.
Kurt Vonnegut, A Man without a Country
Das neue Buch des alten Großmeisters Kurt Vonnegut habe ich an einem Abend durchgelesen. Ein Buch, das er laut Spiegel Interview gar nicht schreiben wollte und das wir nur der Persistenz seines Fans und Verlegers Daniel Simon verdanken. Es ist das kürzeste und zugleich das beindruckendste Buch in dieser Liste: sehr bitter und sehr wahr. Es endet mit einem Requiem:
The crucified planet Earth,
should it find a voice
and a sense of irony,
might now well say
of our abuse of it,
"Forgive them, Father,
They know not what they do."
The irony would be
that we know what
we are doing.
When the last living thing
has died on account of us,
how poetical it would be
if Earth could say,
in a voice floating up
perhaps
from the floor
of the Grand Canyon,
"It is done."
People did not like it here.
Yann Martel, Schiffbruch mit Tiger
Eine gänzlich abstruse Story, in der ein 16jähriger Sohn eines indischen Zoobesitzers bei der Auswanderung nach Kanada Schiffbruch erleidet und sich als einziger menschlicher Überlebender mit einem Tiger und (zuerst noch) weiteren Zootieren auf einem Rettungsboot wieder findet und die nächsten 227 Tage überlebt.
Es ist weniger die Handlung, auf die ich mich nur mit viel gutem Willen einlassen konnte, als vielmehr der Erzählstil und die Interpretationsvariante, die einem am Ende angeboten wird, die das Buch für mich lesens- und empfehlenswert machen.
Max Goldt, Ä
Wie bereits erwähnt, habe ich diese Kolumnensammlung etwas zu spät gelesen.
Umso vehementer muss ich nun zu einigen der fundamentalen Wahrheiten nicken, die darin - oft sehr eloquent und fast immer schreiend komisch - kund getan werden.
Das Schöne an den dargebotenen Kolumnen ist, dass man anhand der Titel oder der Einleitung niemals erahnen kann, welche Wendung das Erzählte nehmen wird. Manchmal kann man das aber auch ganz einfach sprunghaft nennen.
McLibboc - 28. März, 20:47

[...] But I had a good uncle, my late Uncle Alex. [...] He was well-read and wise. And his principal complaint about other human beings was that they so seldom noticed it when they were happy. So when we were drinking lemonade under the apple tree in the summer, say, and talking lazily about this and that, almost buzzing like honeybees, Uncle Alex would suddenly interrupt the agreeable blather to exclaim, "If this isn't nice, I don't know what is."
So I do the same now, and so do my kids and grandkids. And I urge you to please notice when you are happy, and exclaim or murmur or think at some point, "If this isn't nice, I don't know what is."
Wo er Recht hat, hat er Recht. Ich werde es mir zu Herzen nehmen!
(hier ist was nicht in Ordnung mit der Zitier-Funktion... bitte mal nachsehen, merci :)