Man weiß ja auch so wenig...
Freitag, 27. Januar 2006, Die Käs in Frankfurt. 18:30 Uhr ist Einlass, 20:00 Uhr Programmbeginn. Wir sind um zwanzig vor Sieben da, gehören zu den Ersten und genießen damit eine fast freie Platzwahl. Die Location ist interessant - im Außenbereich mit Farbikhallencharme, Garderobe und Bar, innen überschaubar und gemütlich. Lediglich der Geruch nach Farbverdünner stört zu Beginn ein wenig, später immer mehr. Die Zeit bis zum Programmbeginn vertreiben wir uns mit leckerem Kulmbacher Pils und Erdnüssen, Smalltalk unter anderem darüber, dass meine Smalltalkfähigkeiten verbesserungswürdig wären und dem Blicke schweifen lassen, ob man nicht vielleicht jemanden im Publikum erkennt.
Ich erkenne nur, dass ich mit dem Dreiteiler, in dem ich von der Arbeit komme, offenbar deutlich overdressed bin, da ist es auch schon Acht und er tritt auf: Hagen Rether, ebenfalls im Dreiteiler, das weiße Hemd blitzt gestärkt im Scheinwerferlicht und plötzlich bin ich nicht mehr overdressed.
Vor seinem Klavier sitzt er auf einem Schreibtischstuhl und spricht so leise in sein Headsetmikrofon, dass konzentriertes Zuhören ein Muss ist. In weniger als fünf Minuten hat er das Publikum in seinem Bann, löffelt nebenbei ein Pfund Joghurt (»das mach ich jeden Abend, ich hab ne Darmflora wie ein Baby«), baut noch das gelegentliche Klacken des Löffels an die Zähne, welches ich zunächst naiv für unabsichtlich hielt, in sein Programm ein und zeigt uns damit, das selbst seine Spontaneität wohl überlegt ist.
Es folgen drei Stunden fantastischen Kabaretts, in denen er mit Wort und Klavier Politik, Religion und Herbert Grönemeyer seziert (»Zynisch? Das ist nicht zynisch. Wurst im eigenen Darm - das ist zynisch.«). Warum das Programm "Liebe" heißt erklärt er zwar, bleibt aber dennoch rätselhaft.
Er entlässt uns ins Wochenende mit der Aufforderung, doch mal gänzlich unbekannte Künstler zu besuchen. Ein Tipp, den ich anzunehmen gedenke. Und für wen Hagen Rether bisher ein gänzlich oder auch nur ein leidlich unbekannter Künstler ist, dem empfehle ich: Geh hin!
Ich erkenne nur, dass ich mit dem Dreiteiler, in dem ich von der Arbeit komme, offenbar deutlich overdressed bin, da ist es auch schon Acht und er tritt auf: Hagen Rether, ebenfalls im Dreiteiler, das weiße Hemd blitzt gestärkt im Scheinwerferlicht und plötzlich bin ich nicht mehr overdressed.
Vor seinem Klavier sitzt er auf einem Schreibtischstuhl und spricht so leise in sein Headsetmikrofon, dass konzentriertes Zuhören ein Muss ist. In weniger als fünf Minuten hat er das Publikum in seinem Bann, löffelt nebenbei ein Pfund Joghurt (»das mach ich jeden Abend, ich hab ne Darmflora wie ein Baby«), baut noch das gelegentliche Klacken des Löffels an die Zähne, welches ich zunächst naiv für unabsichtlich hielt, in sein Programm ein und zeigt uns damit, das selbst seine Spontaneität wohl überlegt ist.
Es folgen drei Stunden fantastischen Kabaretts, in denen er mit Wort und Klavier Politik, Religion und Herbert Grönemeyer seziert (»Zynisch? Das ist nicht zynisch. Wurst im eigenen Darm - das ist zynisch.«). Warum das Programm "Liebe" heißt erklärt er zwar, bleibt aber dennoch rätselhaft.
Er entlässt uns ins Wochenende mit der Aufforderung, doch mal gänzlich unbekannte Künstler zu besuchen. Ein Tipp, den ich anzunehmen gedenke. Und für wen Hagen Rether bisher ein gänzlich oder auch nur ein leidlich unbekannter Künstler ist, dem empfehle ich: Geh hin!
McLibboc - 28. Januar, 16:21

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