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Samstag, 11. März 2006

A Day In A Life

War das gestern der nutzloseste Tag in meinem bisherigen Leben? Lässt man mal die Krankheitstage außer acht, ist er jedenfalls ein heißer Kandidat für dieses Prädikat.

Zum Hintergrund: Vor einiger Zeit wurde ein beruflicher Termin in Berlin für gestern vereinbart. Soweit so gut. Da ich mir die acht Stunden Zugfahrt ersparen wollte, habe ich mich meiner Krämerseele zum Trotz zum Fliegen entschieden, sündhaft teuer, aber auf den ersten Blick eben nur zwei Stunden Reisezeit.

Auf den zweiten Blick hatte der Hinflug allerdings zweieinhalb Stunden Verspätung. Da ich in meiner Reiseplanung nur anderthalb Stunden Puffer eingeräumt hatte, war meine erste Aktion nach der Landung natürlich, den Menschen anzurufen, mit dem ich den Termin haben sollte. Der teilte mir dann mit, dass er dummerweise vergessen hatte, mir abzusagen und sich zur Zeit gar nicht in Berlin aufhielt.

So stand ich im wunderschönen »it's no accident that no language on earth has produced the phrase "as pretty as an airport"« Flughafen Tegel. Drei Stunden später musste ich zum Checkin wieder hier sein. Ein Blick auf den Schneeregen draußen hielt mich davon ab, das Abenteuer Hauptstadt für die abzüglich Busfahrt verbleibenden zwei Stunden zu suchen.

Der Versuch, einen früheren Rückflug zu ergattern, blieb erfolglos und so nahm ich meine unfreiwillig verlängerte Anwesenheit auf dem Flughafen im besten Bokononistischen Sinne als "Dancing Lesson from God" und schaute, was es zu schauen gab.

Auf meiner ersten Runde durch das Sechseck taperte ich an Günter Netzer vorbei, dem ich aber mangels Fußballbegeisterung meinerseits und vermutlich sehr zur Freude seinerseits nichts Gescheites zu sagen hatte.

Als ich dann bemerkte, dass ich die Runde einmal vervollständigt hatte und mich die anwesende Polizeipräsenz - zumindest in meiner Einbildung - argwöhnisch zu beäugen begann, hörte ich auf die Signale meines knurrenden Magens und setzte mich in das "Red Baron", welches auf wundersame Weise "Restaurant, Café und Bar zugleich" ist und von wo aus man freien Blick auf den Ausgang der First Class Lounge hat, aus der sich gelegentlich etwas Politprominenz auf den Weg gen Bonn machte.

Als ich einen gräßlichen "Knackigen Salat" später nach einer weiteren Runde durch den äußeren Terminalbereich dessen Möglichkeiten für erkundet hielt, begab ich mich durch die Sicherheitskontrolle in der irrigen, durch Frankfurter Verhältnisse provozierten Annahme, dass es jenseits selbiger auch noch interessant sein könnte. Provinztorfnase ich. Dahinter gibt es in Tegel nur noch Sitzreihen.

Immerhin gab es noch etwas Unterhaltungswert, als zu einem Flug nach Frankfurt, den ich noch nicht nehmen durfte, vier teils in schlechtsitzende Anzüge, teils in "Military Look" gewandete Bodyguards - komplett mit Knopf im Ohr - Aufstellung bezogen. Der Knopf im Ohr war aber glaube ich nur Show, denn offenbar kommunizierten die vier untereinander oder mit ihrem Koordinator bevorzugt über Handy. Eine Person schienen sie auch nicht zu sichern, sondern vielmehr hatte es den Anschein, sie bewachten den Abtransport eines roten Briefumschlags. Als sich die Terminalhalle dann leerte und nur die vier und ich übrig blieben und ich mich schon wieder argwöhnisch beäugt fühlte (bin ich am Ende noch paranoid?), ging mir durch den Kopf, dass "sind kurze Haare oder Glatze eigentlich Eingangsvoraussetzung für den Job?" jetzt wohl kein geeigneter Konversationsbeginn wäre.

Nachdem ich sowohl dies als auch alle sonstigen Anzeichen, es auf den roten Briefumschlag abgesehen zu haben unterlassen hatte, wurde ich mit nachlassender Observation belohnt, bis sich die vier schließlich trollten. Immerhin, sie hatten an diesem Tag ja etwas vermeintlich Nützliches getan, mehr als ich von mir behaupten konnte.

Eigentlich unnötig zu sagen, dass mein Rückflug dann auch noch mal mehr als eine Stunde Verspätung hatte, oder?

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Mir ist kotzschlecht.
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Ahfo.
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FUP ist mir irgendwie...
FUP ist mir irgendwie durchgegangen. Das habe ich aber...
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Und was ist mit FUP?
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McLibboc - 28. April, 10:45
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Es ist wirklich unglaublich, dass bis jetzt kein Politiker,...
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Sehr schöner, klarsichtiger...
Sehr schöner, klarsichtiger Artikel!
Jörg (Gast) - 12. Februar, 19:52

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